EZB-Präsidentin: Virus-Mutationen Gefahr für die Wirtschaftserholung © Europäische Gemeinschaften, 1998, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst

09.02.2021 Brüssel (dpa) – Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, sieht in der Pandemie weiter Gefahren für die erwartete wirtschaftliche Erholung. «Der erneute Anstieg der Neuinfektionen, die Mutationen des Virus und die strikten Eindämmungsmaßnahmen stellen ein erhebliches Abwärtsrisiko für die wirtschaftliche Aktivität im Euroraum dar», sagte Lagarde am Montag in Brüssel vor dem Europäischen Parlament. Der Start der Impfungen sei hingegen das «Licht am Ende des Tunnels».

«Die Produktion liege nach wie vor deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie, und die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie bleibt hoch», sagte Lagarde. Eine Erholung sei jedoch zu erwarten, wenn die Corona-Beschränkungen aufgehoben würden und die Unsicherheit zurück gehe. Die Wirtschaft werde dann durch günstige Finanzierungsbedingungen, eine stützende Finanzpolitik und eine Erholung der Nachfrage unterstützt.

Die Inflation bleibe trotz des Anstiegs im Januar niedrig, sagte Lagarde. «Dies ist auf die schwache Nachfrage und die erhebliche Flaute an den Arbeits- und Gütermärkten zurückzuführen.» Die Inflation dürfte in den kommenden Monaten zwar steigen. Die schwachen Nachfrage, der geringe Lohndruck und die Aufwertung des Euro dürften den Preisdruck aber dämpfen. In diesem Umfeld sei eine Unterstützung durch eine lockere Geldpolitik weiter nötig, so Lagarde.

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