Frankreichs Wirtschaftsminister will mehr Atomkraft in Europa © Europäische Gemeinschaften, 1998, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst

10.10.2021 Berlin (dpa) – Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hat einen Ausbau der Atomkraft in Europa gefordert. «Wenn wir den Kampf gegen den Klimawandel gewinnen wollen, brauchen wir Kernenergie. Sie ist für uns alle ein unverzichtbarer und verlässlicher Faktor für eine kohlenstofffreie Zukunft», heißt es aus einem offenen Brief, der der Tageszeitung «Welt» und den Partnerzeitungen der Leading European Newspaper Alliance (Lena) am Sonntag vorlag.

«Kernenergie ist eine saubere, sichere, unabhängige und wettbewerbsfähige kohlenstoffarme Energiequelle», heißt es weiter. «Für uns Europäer bedeutet die Kernenergie eine Chance, eine starke, ausgesprochen rentable Industrie zu entwickeln, Tausende von qualifizierten Arbeitsplätzen zu schaffen, unsere Führungsrolle in Sachen Klimaschutz zu stärken und Europas strategische Autonomie und Energie-Unabhängigkeit zu sichern.»

Als Konsequenz aus der Nuklearkatastrophe von Fukushima hatte die damalige deutsche Bundesregierung 2011 den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Kritiker führen an, dass es unter anderem keine Sicherheitsgarantien gebe und das Risiko mit einer höheren Anzahl von Atomkraftwerken steige. Sie weisen auch auf ungelöste Probleme bei der Lagerung von hoch radioaktivem Atommüll hin. Die Umweltorganisation Greenpeace schreibt, dass kein Sicherheitssystem sicher sei. Meist sei es eine Kombination von menschlichen Fehlern und technischem Versagen, die zu unvorhergesehenen Zwischenfällen in Atomkraftwerken führt.

Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa)