Rohstoffstrategie: EU will sich wichtige Materialien sichern © Europäische Gemeinschaften, 1998, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst

03.09.2020 Brüssel (dpa) – Dem stark wachsenden Bedarf an Lithium für E-Auto-Batterien und an anderen kritischen Rohstoffen für die Klima- und Digitalwende will die EU-Kommission mit einer neuen Strategie begegnen. Kernpunkte sind eine Rohstoff-Allianz mit der Industrie, Bündnisse mit Erzeugerländern und ein gezielteres Recycling der kostbaren Materialien. Die Strategie stellte die Kommission am Donnerstag vor.

Allein für die Batterien für elektrisch fahrende Autos werde Europa 2030 rund 18 Mal mehr Lithium brauchen, bis 2050 sogar 60 Mal mehr, erklärte Kommissions-Vize Maros Sefcovic. «Wir können nicht zulassen, unsere Abhängigkeit von fossilen Energien durch eine Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen zu ersetzen», betonte Sefcovic.

Gegründet ist bereits eine sogenannte Batterie-Allianz, die mit Investitionen helfen soll, ab 2025 schon 80 Prozent des in der EU benötigten Lithiums aus europäischen Quellen zu beziehen. Die neue Rohstoff-Allianz soll zunächst vor allem die Versorgung mit seltenen Erden und Magnetgesteinen voranbringen. Beteiligen können sich neben der Industrie auch Gewerkschaften und Verbände. Sie soll Investitionshürden abbauen. Die EU-Kommission verspricht Hilfe beim Zugang zu Fördergeldern.

Bisher ist die EU bei wichtigen Rohstoffen extrem abhängig von einzelnen Drittstaaten. So kommen nach Angaben der Kommission 98 Prozent der in der EU verwendeten seltenen Erden aus China, die Türkei liefert 98 Prozent der benötigten Borate, Südafrika 71 Prozent des benötigten Platins. Die EU-Kommission will mit «strategischen internationalen Partnerschaften» neue Bezugsquellen erschließen und zugleich Vorgaben für einen umweltverträglichen Abbau machen. 2021 sollen Pilotprojekte mit Kanada und afrikanischen Ländern starten.

Was in der EU an Rohstoffen vorhanden ist, soll gezielter abgebaut werden, so etwa Kupfer und Zink. Darüber hinaus setzt die Strategie auf Wiederverwertung. Derzeit würden einige Metalle wie Eisen, Zink oder Platin zu 50 Prozent recycelt, bei seltenen Erden, Gallium oder Indium spiele die Zweitverwertung hingegen eine marginale Rolle, erklärte die Kommission.

Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa)