EU und Mercosur unterzeichnen historische und ehrgeizige Partnerschaft Rede von der Leyen zum Mercosur Abkommen © EU-Kommission - Audiovisueller Dienst 2026 Fotograf: Dati Bendo

17.01.2026 Brüssel. Die Europäische Union und die Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay haben ein Partnerschaftsabkommen (EMPA) und ein Interimshandelsabkommen (iTA) unterzeichnet – ein historischer Meilenstein zwischen den beiden Regionen und eine ehrgeizige Plattform zur Stärkung ihrer wirtschaftlichen, diplomatischen und geopolitischen Beziehungen. 

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte bei der Unterzeichnung am Samstag in Asunción: „Heute eröffnen zwei gleichgesinnte Regionen ein neues Kapitel voller Chancen für mehr als 700 Millionen Bürgerinnen und Bürger. Mit dieser Win-Win-Partnerschaft werden wir alle gewinnen – wirtschaftlich, diplomatisch und geopolitisch. Unsere Unternehmen werden Exporte, Wachstum und Arbeitsplätze schaffen. Wir werden uns gegenseitig bei unserer Energiewende und dem digitalem Wandel unterstützen. Und unsere Botschaft an den Rest der Welt ist klar: Die EU und der Mercosur entscheiden sich für Zusammenarbeit statt Wettbewerb und für Partnerschaft statt Polarisierung.“

Neue Geschäftsmöglichkeiten für europäische Unternehmen

Das Abkommen mit den Mercosur-Partnern (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) wird eine der weltweit größten Freihandelszonen schaffen, die einen Markt mit mehr als 700 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern umfasst. Es wird Unternehmen in der gesamten EU erhebliche neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen und zu einem geschätzten Anstieg der jährlichen Exporte in den Mercosur um 39 Prozent (im Wert von rund 49 Milliarden Euro) führen, während gleichzeitig Hunderttausende von Arbeitsplätzen in der EU gesichert werden.

Geopolitisches Signal für Multilateralismus

Das Abkommen ist auch ein starkes geopolitisches Signal und zeigt das gemeinsame Engagement der EU und des Mercosur für den Multilateralismus und die regelbasierte internationale Ordnung. In einer Zeit globaler Unsicherheit und zunehmender Fragmentierung unterstreicht dieses Abkommen den Wert von Zusammenarbeit, Dialog und internationalen Partnerschaften.

Weniger Zölle, mehr Exporte

Das Abkommen wird in der EU eine Vielzahl wirtschaftlicher Chancen eröffnen, dazu gehören

  • die Abschaffung von Zöllen auf EU-Exporte, darunter Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse sowie wichtige Industrieprodukte wie Autos, Maschinen und Arzneimittel, wodurch EU-Unternehmen jährlich Zölle im Wert von 4 Milliarden Euro einsparen;
  • Investitionen in wichtige Lieferketten, darunter kritische Rohstoffe und damit verbundene Güter, die einfacher, schneller und sicherer werden;
  • die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit und Unterstützung des digitalen und des ökologischen Wandels auf beiden Seiten;
  • die Unterstützung der EU und des Mercosur bei der Gestaltung globaler Handelsregeln im Einklang mit den höchsten EU-Standards.

Ein ausgewogenes Abkommen für die EU-Landwirtschaft

Das Abkommen wird europäischen Landwirten und Lebensmittelherstellern einen beispiellosen Zugang zur Mercosur-Region eröffnen. Das Abkommen soll die EU-Agrar- und Lebensmittelexporte in den Mercosur um bis zu 50 Prozent steigern, indem

  • die Zölle auf wichtige EU-Agrar- und Lebensmittelprodukte wie Wein, Spirituosen, Milchprodukte und Olivenöl gesenkt werden;
  • 344 geografische Angaben der EU, hochwertige traditionelle Lebensmittel und Getränke, vor unlauterem Wettbewerb und Nachahmungen geschützt werden.

Gleichzeitig hat die EU sorgfältig darauf geachtet, dass sensible Agrar- und Lebensmittelsektoren dank folgender Maßnahmen den notwendigen Schutz erhalten:

  • Sorgfältig kalibrierte Zollkontingente, die den Marktzugang für sensible Produkte aus dem Mercosur begrenzen;
  • ein rechtsverbindlicher Schutzmechanismus, der sensible europäische Produkte im Falle eines Anstiegs der Einfuhren aus Mercosur-Ländern schützt;
  • verbesserte Kontrollen, die verhindern, dass nicht konforme Produkte auf den EU-Markt gelangen, einschließlich mehr Audits und Kontrollen in Drittländern und verstärkte Kontrollen an den EU-Grenzen;
  • Umsetzung der Maßnahmen für eine stärkere Angleichung der Produktionsstandards bei Pestiziden und Tierschutz für Importe im Einklang mit der „Vision für Landwirtschaft und Ernährung“; und
  • ein neues einheitliches Sicherheitsnetz in Höhe von 6,3 Milliarden Euro ab 2028, als zusätzliche Schutzmaßnahme für unsere Landwirte im Falle von Marktstörungen.

Nachhaltigkeits- und Umweltverpflichtungen

Das Abkommen ist eines der ehrgeizigsten Abkommen, das die EU jemals im Bereich der nachhaltigen Entwicklung unterzeichnet hat, da es Folgendes umfasst:

  • ehrgeizige und durchsetzbare Klimaschutzverpflichtungen, darunter das Pariser Abkommen als wesentliches Element;
  • konkrete Verpflichtungen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, einschließlich der Stärkung der wirtschaftlichen Stellung von Frauen und der Arbeitnehmerrechte;
  • die Zusage, bis 2050 auf Klimaneutralität hinzuarbeiten; und
  • einen klaren Beitrag des Handels zum ökologischen Wandel.

Nächste Schritte

Nach der Unterzeichnung des EMPA werden die EU und der Mercosur nun mit ihren jeweiligen Verfahren zur Ratifizierung des Abkommens beginnen.

Auf EU-Seite muss das EMPA von allen Mitgliedstaaten entsprechend ihrer nationalen Verfahren ratifiziert werden. Gleichzeitig wird das iTA dem Ratifizierungsprozess der EU folgen, da es in die ausschließliche Zuständigkeit der EU fällt. Dies erfordert die Zustimmung des Europäischen Parlaments und die Annahme durch den Rat, woraufhin es in Kraft treten wird.

Das Interimsabkommen über den Handel (iTA) spiegelt die Säule „Liberalisierung von Handel und Investitionen“ des Partnerschaftsabkommen wider und wird bis zu dessen vollständigen Inkrafttreten als eigenständiges Abkommen fungieren. Ziel ist es, den wirtschaftlichen Nutzen der ausgehandelten Handelsverpflichtungen so früh wie möglich zu erzielen.

Das Interimsabkommen über den Handel fällt in die ausschließliche Zuständigkeit der EU und bedarf daher keiner Ratifizierung durch die einzelnen EU-Mitgliedstaaten. Es tritt mit Inkrafttreten des Partnerschaftsabkommens außer Kraft.

Das iTA läuft aus, sobald das EMPA in Kraft tritt.

Ausführliche Informationen finden Sie in der vollständigen Pressemitteilung.

Links zum Thema:

Rede von Präsidentin von der Leyen zur Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens EU-Mercosur

Meinungsbeitrag von Präsidentin von der Leyen zum Mercosur Abkommen: Das ist ein klares Signal an die Welt

Fragen und Antworten

Verstärkte Kontrollen für in die EU eingeführte Produkte – Pressemitteilung

Handelsbeziehungen zwischen der EU und dem Mercosur

Das Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur im Fokus

Factsheet Wichtige Fakten zum Abkommen

Factsheet zur Landwirtschaft

Factsheet Vorteile und Schutz für europäische Landwirte

Factsheet zur Lebensmittelsicherheit

Factsheet zur nachhaltigen Entwicklung

Factsheet zu kritischen Rohstoffen

Factsheet zu Dienstleistungen

Factsheet zu Fakten und Zahlen

Factsheets zu den Vorteilen für die EU-Mitgliedstaaten

 Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland