Euro-Raum
ZUM ANHÖREN · Sprechtext
Der Euro-Raum ist die Gruppe der EU-Staaten, die den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben. Seit Bulgarien am 1. Januar 2026 beigetreten ist, sind es 21 Staaten.
Eine gemeinsame Währung macht Reisen, Preise vergleichen und grenzüberschreitenden Handel einfacher, weil zwischen diesen Ländern kein Geld mehr gewechselt werden muss.
Sie bedeutet aber auch: Die Geldpolitik wird gemeinsam gemacht. Für den Euro-Raum legt der EZB-Rat die Geldpolitik fest – zum Beispiel die Leitzinsen. Die nationalen Zentralbanken sind Teil des Eurosystems.
Nicht alles in der Wirtschaftspolitik wird dadurch europäisch: Haushalte, Steuern oder viele Sozialausgaben bleiben weitgehend in nationaler Verantwortung, auch wenn es dafür europäische Regeln und Koordinierung gibt.
ZUR VERTIEFUNG · Webseitentext
Warum gibt es eine gemeinsame Währung?
Der Euro vertieft den europäischen Binnenmarkt: Wechselkursrisiken und Umtauschkosten zwischen den teilnehmenden Staaten entfallen, Preise lassen sich leichter vergleichen und grenzüberschreitende Zahlungen werden einfacher. Die gemeinsame Währung ist zugleich ein Integrationsprojekt: Staaten verzichten in der Geldpolitik auf nationale Einzelentscheidungen und organisieren sie gemeinsam.
Wer entscheidet über den Euro?
Die Europäische Zentralbank und die nationalen Zentralbanken der Euro-Staaten bilden das Eurosystem. Der EZB-Rat trifft die zentralen geldpolitischen Entscheidungen für den Euro-Raum. Das wichtigste Ziel der Geldpolitik ist Preisstabilität.
Gemeinsame Währung heißt nicht gemeinsame gesamte Wirtschaftspolitik
Die Euro-Staaten haben eine gemeinsame Geldpolitik, aber sie besitzen weiterhin eigene Staatshaushalte und Steuersysteme. Die EU koordiniert und begrenzt Teile der Haushalts- und Wirtschaftspolitik durch gemeinsame Regeln; sie ersetzt jedoch nicht sämtliche nationalen Entscheidungen.
Wer gehört dazu?
Seit 1. Januar 2026 gehören 21 EU-Staaten zum Euro-Raum: Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern.¹
⚠ EU ohne Euro: Dänemark besitzt eine vertragliche Ausnahme. Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien und Schweden verwenden weiterhin eigene Währungen.
⚠ Euro verwenden ≠ Mitglied des Euro-Raums: Auch außerhalb des Euro-Raums wird der Euro verwendet – teils aufgrund formeller Währungsvereinbarungen, teils einseitig. Deshalb muss man zwischen „Euro als Zahlungsmittel“ und „Mitglied des Euro-Währungsgebiets“ unterscheiden.
⚠ Übersee: Die RUP von Frankreich, Spanien und Portugal verwenden den Euro. Saint-Barthélemy sowie Saint-Pierre und Miquelon gehören dagegen nicht zur EU bzw. zum Euro-Raum, verwenden den Euro aber aufgrund besonderer Regelungen.
Was zeigt diese Karte?
Die Euro-Karte zeigt eine Währungsunion. Sie beantwortet nicht, wo man irgendwo mit Euro bezahlen kann, sondern welche EU-Staaten offiziell zum Euro-Währungsgebiet gehören und an der gemeinsamen Geldpolitik teilnehmen.
Quellen und Fußnoten
1 Bulgarien ist seit 1. Januar 2026 das 21. Mitglied des Euro-Raums. Europäische Zentralbank. Quelle öffnen
2 Euro außerhalb des Euro-Währungsgebiets. Europäische Zentralbank. Quelle öffnen
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