Öffentliche Befragung: Wie kann die EU gegen das Insektensterben vorgehen?

12.01.2018 Brüssel. Die Europäische Kommission hat am Donnerstag (11. Januar) eine öffentliche Konsultation zu einer europäischen Initiative über Bestäuber gestartet. Fast jede zehnte Bienen- und Schmetterlingsart ist laut der Europäischen Roten Liste vom Aussterben bedroht. Um dem Insektensterben entgegenzuwirken, plant die EU-Kommission die Entwicklung einer europäischen Initiative für Bestäuber. Die EU-Kommission fordert Wissenschaftler, Landwirte und Unternehmen, Umweltorganisationen, Behörden und Bürger auf, bis zum 5. April 2018 einen Beitrag im Rahmen der Befragung zu leisten.

Schätzungsweise 15 Milliarden Euro der jährlichen Agrarproduktion in der Europäischen Union (EU) werden direkt den Bestäubern zugeschrieben. Karmenu Vella, EU-Kommissar für Umwelt erklärte dazu am Donnerstag in Brüssel: „Wissenschaftler haben uns vor einem steilen Rückgang der Bestäuber in ganz Europa gewarnt. Wir haben ein gutes Verständnis von Rückgängen für einige Bestäuber, während es Wissenslücken für andere gibt. Aber es steht außer Zweifel, dass es an der Zeit ist, zu handeln. Wenn wir das nicht tun, würden wir und unsere zukünftigen Generationen einen sehr hohen Preis zahlen.“

Der für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige EU-Kommissar Phil Hogan erklärte: „Bestäuber sind zu wichtig für die Ernährungssicherheit und die Landwirtschaft – und für das Leben auf dem Planeten. Wir können es uns nicht leisten, sie weiter zu verlieren.“

Die Prüfung des Fortschritts der EU-Biodiversitätsstrategie bis zum Jahr 2020 hat gezeigt, dass die Bestäubung deutlich abnehmen könnte.

Link zum Thema:

Commission launches public consultation on actions to halt the decline of bees and other pollinators
Nachricht der EU-Kommission vom 11. Januar 2018.