• Startseite
  • Allianz Afrika-Europa: EU unterstützt Investitionen in erneuerbare Energien und städtische Infrastruktur
Allianz Afrika-Europa: EU unterstützt Investitionen in erneuerbare Energien und städtische Infrastruktur © Europäische Union, 2019, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf*in: Aurore Martignoni

23.01.2020 Brüssel. Die Europäische Kommission hat gestern (Mittwoch) vier Garantievereinbarungen im Wert von 216 Millionen Euro unterzeichnet, mit denen 2 Milliarden Euro für Investitionen in erneuerbare Energien, städtische Infrastruktur und Start-ups in Afrika und der EU-Nachbarschaft mobilisiert werden sollen. Die Vereinbarungen, die unter anderem mit der deutschen KfW-Gruppe unterzeichnet wurden, sollen durch Risikoteilung öffentliche und private Investitionen unterstützen und insbesondere kleinen Unternehmen den Zugang zu Finanzmitteln erleichtern.

Jutta Urpilainen‚ Kommissarin für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, sagte dazu: “Mit Hilfe der heute unterzeichneten Vereinbarungen im Wert von 216 Millionen Euro sollen 2 Milliarden Euro an neuen Investitionen in Afrika und in der Nachbarschaft der EU mobilisiert werden. Durch Risikoteilung unterstützen diese Garantien öffentliche und private Investitionen. Damit tragen sie dazu bei, die Versorgung von Gemeinschaften und Unternehmen in Afrika und der Nachbarschaft der EU mit Energie aus erneuerbaren Quellen zu fördern, kleine Unternehmen bei Investitionen und der Schaffung von Arbeitsplätzen zu unterstützen und afrikanische Städte widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums und des Klimawandels zu machen. Sie sind ein Beispiel dafür, wie der vor Kurzem von der EU beschlossene Grüne Deal auch den Bürgerinnen und Bürgern in unseren Partnerländern außerhalb der EU zugutekommt.”

Vier Garantien, ein Ziel: mehr Investitionen dort, wo sie am dringendsten benötigt werden

Diese Garantien sollen dazu beitragen, Investitionen in erneuerbare Energien erheblich anzukurbeln und kleinen Unternehmen (KKMU) den Zugang zu Finanzmitteln zu erleichtern. Gleichzeitig sollen sie Investitionen in städtische Infrastrukturen und Dienstleistungen in Afrika südlich der Sahara und in der Nachbarschaft der EU fördern.

Resiliente Stadtentwicklung

Diese Garantievereinbarung über 100 Millionen Euro mit der spanischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit AECID ist auf die afrikanischen Länder südlich der Sahara und die EU-Nachbarschaft ausgerichtet. Ziel ist die Unterstützung einzelner Städte beim Aufbau öffentlich-privater Partnerschaften und bei der Minderung der Risiken für private Investoren, die an der Finanzierung städtischer Infrastrukturvorhaben beteiligt sind, wobei der Schwerpunkt auf folgende Bereiche gelegt wird: Energieeffizienz, Hochwasserschutz, öffentlicher Verkehr, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Behandlung fester Abfälle. Die Garantie gibt den Kreditgebern die Sicherheit, dass sie im Verlustfall zumindest einen Teil ihrer Investition zurückerhalten, und senkt die Kosten der Kreditaufnahme.

Förderung von Investitionen in erneuerbare Energien

Diese Garantievereinbarung über 50 Millionen Euro mit der EBWE wird dazu beitragen, die Investitionen in erneuerbare Energien in der Ukraine und in der südlichen Nachbarschaft der EU, insbesondere in Jordanien, Libanon und Tunesien, zu steigern. Sie wird das Potenzial der erneuerbaren Energien in diesen Ländern erheblich steigern. Mit Hilfe dieser Garantie sollen Investitionen in Höhe von insgesamt bis zu 500 Millionen Euro mobilisiert und 340 MW an zusätzlichen installierten Kapazitäten für erneuerbare Energien geschaffen werden.

Förderung von Investitionen in nachhaltige Energie

Diese Garantievereinbarung mit der KfW-Gruppe in Höhe von 46 Millionen Euro wird dazu beitragen, die Erzeugung erneuerbarer Energien in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara auszubauen, die CO2-Emissionen in der Region zu senken und die Energieeffizienz dort zu steigern. Sie wird zum Teil die Risiken abdecken, die mit Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien wie Windparks und Solarenergie verbunden sind. Und sie wird dabei helfen, wesentlich mehr Menschen Zugang zu Energie zu verschaffen und Engpässe bei der Stromversorgung zu verringern.

Zugang von KMU zu Finanzmitteln

Diese Garantievereinbarung über 20 Millionen Euro mit der EIB richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Nachbarschaft der EU, mit besonderem Schwerpunkt auf Jungunternehmern, Unternehmerinnen und Start-up-Unternehmen. Sie wird dazu beitragen, dass kleine Unternehmen, die sonst nur beschränkten Zugang zu Finanzmitteln haben, weil lokale Finanzinstitute sie als riskantere Kunden betrachten, erschwingliche Finanzierungsmöglichkeiten erhalten. Die Garantie bietet lokalen Banken und Finanzinstituten eine Erstverlustabsicherung. Durch diese Garantie sollen rund 18.000 Arbeitsplätze gesichert und 1.000 kleine Unternehmen unterstützt werden.

Diese Garantien sind Teil der Investitionsoffensive für Drittländer, mit der bis 2020 mehr als 47 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen für die Entwicklung in den Nachbarländern der EU und in Afrika mobilisiert werden sollen, wobei EU-Mittel in Höhe von insgesamt 4,6 Milliarden Euro eingesetzt werden sollen.

Hintergrund

Die EU-Investitionsoffensive für Drittländer stützt sich auf drei Säulen: Die erste ist die finanzielle Säule. Über Garantien mindert die EU das Risiko in Ländern mit schwierigen Bedingungen, damit private Investoren und Entwicklungsbanken Darlehen an Unternehmerinnen und Unternehmer vergeben oder Entwicklungsprojekte finanzieren. Die zweite Säule umfasst die technische Hilfe. Damit werden Experten finanziert, die Behörden, Investoren und Unternehmen bei der Entwicklung neuer Projekte unterstützen. Die technische Hilfe kann beispielsweise Analysen von Marktinformationen und des Investitionsklimas, gezielte Beratung bei gesetzlichen und regulatorischen Fragen, Unterstützung von Partnerländern bei der Umsetzung von Reformen und Wertschöpfungsketten sowie die Ermittlung, Vorbereitung und Hilfe bei der Durchführung notwendiger Investitionen umfassen. Verbesserungen des Investitionsumfelds machen die dritte Säule aus. Die EU arbeitet eng mit den Regierungen der Partnerländer zusammen, um sie bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investoren zu unterstützen. Dabei geht es unter anderem um ein gutes Unternehmensumfeld und politische und wirtschaftliche Stabilität. Darüber hinaus bringt die EU Regierungen und Unternehmen zusammen, um die Herausforderungen im Bereich der Investitionen zu erörtern.

Links zum Thema:

Allianz Afrika-Europa: Unterzeichnung von vier neuen Finanzgarantien in Höhe von 216 Millionen Euro im Rahmen der EU-Investitionsoffensive für Drittländer
Presseinformation der EU-Kommission vom 22.01.2020.

Factsheet zur Investitionsoffensive für Drittländer

Die Allianz Afrika-Europa

Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.