Deutsche Forschende schneiden bei EU-Unterstützung für Postdocs erfolgreich ab © Europäische Union, 2018, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf*in: Jennifer Jacquemart

08.02.2021 Brüssel. Die Kommission fördert die Forschung von 1.630 Postdoktoranden, die an Universitäten und Forschungseinrichtungen in Europa und weltweit sowie in der Industrie und in KMU arbeiten, mit insgesamt 328 Mio. Euro. Die meisten erfolgreichen Anträge wurden von Postdocs aus Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland und Indien eingereicht. Die fünf Top-Gastländer sind das Vereinigte Königreich, Spanien, Frankreich, Italien und Deutschland. Die im Rahmen des Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) Geförderten werden an Projekten arbeiten, die an Projekten zu globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Gesundheit und Migration und in Bereichen forschen und die für die Schwerpunkte im neuen Forschungsprogramm Horizont Europa relevant sind, darunter Krebs, intelligente Städte, Böden und gesunde Ozeane.

Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, gratulierte den Geförderten und sagte: „Wir brauchen heute mehr denn je hochqualifizierte Forschungsfähigkeiten, um globale Herausforderungen vorherzusagen, zu erkennen und zu bewältigen, aber auch um wissenschaftliche Erkenntnisse über Disziplinen hinweg an die breite Öffentlichkeit zu kommunizieren. Es begeistert mich, dass die geförderten Projekte einen Beitrag zum grünen und digitalen Wandel, zu gesundem Altern und inklusiven Gesellschaften leisten werden und Einblicke in kommende Herausforderungen erhalten, auf die wir uns vorbereiten müssen. Ich freue mich auch, dass wir durch das erfolgreiche Pilotprojekt “Widening Fellowships” 46 zusätzliche Fellowships an exzellente Forscherinnen und Forscher in europäischen Ländern vergeben konnten, die derzeit weniger stark bei den Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen vertreten sind.“

Dies war die letzte Ausschreibung der MSCA Individual Fellowships im Rahmen des Programms Horizont 2020 für Forschung und Innovation. Im Nachfolgeprogramm Horizont Europa wird MSCA weiterhin ein wesentlicher Bestandteil des Europäischen Forschungsraums sein und exzellente Post-Docs dabei unterstützen, ihr kreatives und innovatives Potenzial zu steigern und durch Weiterbildung, internationale, interdisziplinäre und sektorübergreifende Forschung neue Fähigkeiten zu erwerben.

Hintergrund

Mit den Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen fördert die EU Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ermutigt sie eine internationale Karriere zu machen. MSCA soll wissenschaftliche Laufbahnen attraktiver und der Forschungsstandort Europa interessanter machen. Ziel ist die Schaffung eines starken Pools von europäischen Forschenden. Bei den Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen gibt es keine vorgegebenen wissenschaftlichen Disziplinen oder Gebiete. Die Forschenden sind bei der Antragstellung frei in der Wahl ihres vorgeschlagenen Forschungsthemas, mit Ausnahme der Nuklearforschung. Die Förderung besteht aus mehreren Teilen: Ausbildung von Nachwuchsforschenden, Individualförderung von erfahrenen Forschenden, Personalaustausch, Kofinanzierung für Mobilitätsprogramme.

Individual Fellowships (IF) fördern individuelle Forschungsprojekte von erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Forschungseinrichtungen innerhalb und außerhalb Europas. Sie unterteilen sich in European Fellowships (EF) und Global Fellowships (GF) und haben zum Ziel, wissenschaftliche Karrieren durch internationale und intersektorale Mobilität zu unterstützen. Dies soll den Forschenden beim Erreichen oder Stärken einer unabhängigen Forschungsposition helfen. Die Maßnahme steht nur Forschenden offen, die zum Zeitpunkt der jeweiligen Einreichungsfrist eines Bewerbungsaufrufs mehr als vier Jahre Forschungserfahrung (Vollzeit) aufweisen können oder bereits promoviert sind. Für die European Fellowships (EF) können sich Forschende jeder Nationalität bewerben, die in einem Mitgliedstaat der EU oder einem zum Rahmenprogramm assoziierten Staat forschen möchten. Für Global Fellowships (GF) sind Forschende mit der Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaats oder assoziierten Staats oder Forschende antragsberechtigt, die mindestens fünf Jahre ununterbrochen, mit einer maximalen Abwesenheit von zehn Monaten (davon maximal sechs aufeinanderfolgende Monate), in einem Mitgliedstaat oder Assoziierten Staat tätig waren.

Für eine Finanzhilfe kommen Forschende aller Disziplinen in Frage, von der Notfallmedizin bis hin zur Grundlagenforschung. Auch sogenannte Industriedoktorate werden unterstützt, also eine Kombination aus akademischer Forschungstätigkeit und Arbeit in einem Unternehmen. Zudem werden innovative Ausbildungsmaßnahmen gefördert, die die Beschäftigungsfähigkeit und die Laufbahnentwicklung verbessern.

Als Teil des Netzwerks der Nationalen Kontaktstellen der Bundesregierung für das EU-Programm für Forschung und Innovation – Horizont 2020 – bietet die Nationalen Kontaktstelle zu den Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen Information und Beratung. Besonders eng verlinkt ist die Nationale Kontaktstelle MSCA mit der nationalen Koordinierungsstelle EURAXESS Deutschland, der Informations- und Beratungsstelle für international mobile Forschende, die für eine wissenschaftliche Tätigkeit nach Deutschland kommen oder in ein anderes Land gehen möchten.

EURAXESS Deutschland, ebenfalls beim DLR Projektträger angesiedelt, ist Teil eines Netzwerkes von EURAXESS Centres in ganz Europa. Ziel dieser Zentren ist es, die internationale Mobilität von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu erleichtern.

Link zum Thema:

Daily News vom 8. Februar 2021

Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.