EU-Länder wollen Steuerbetrug-Ermittlungen erleichtern © Europäische Union, 2018, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf*in: Mauro Bottaro

5.05.2026 Brüssel (dpa). Damit mutmaßlicher Mehrwertsteuerbetrug in der EU besser bekämpft
werden kann, sollen die Europäischen Staatsanwaltschaft (EUStA) und die Anti-Betrugsbehörde
(Olaf) besseren Zugang zu Daten bekommen. Bei einem Treffen in Brüssel verständigten sich die
Finanzminister darauf, ihnen Zugriff auf Mehrwertsteuerdaten über grenzüberschreitende
Geschäftstransaktionen in der EU zu ermöglichen. Außerdem
vereinbarten sie, die Zusammen-
arbeit zwischen nationalen Behörden auszubauen.

Grenzüberschreitender Betrug bei der Mehrwertsteuer ist ein ernstes Problem in der EU.
Insbesondere der sogenannte Karussellbetrug sorgt nach Angaben der Europäischen
Kommission jährlich für Verluste zwischen 12,5 und 32,8 Milliarden Euro. Beim
Karussellbetrug werden etwa Waren immer wieder zwischen Firmen weiterverkauft. Eine
Firma kassiert Mehrwertsteuer, zahlt sie aber nicht und verschwindet. Andere Firmen in der
Kette bekommen die Steuer trotzdem vom Staat zurück.

Die EU-Kommission hatte die neuen Regeln Ende 2025 vorgeschlagen. Bevor sie in Kraft
treten können, muss das EU-Parlament noch eine Stellungnahme abgeben. Das ist derzeit
für Juli vorgesehen.

Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).