26.02.2019 Brüssel. Die Europäische Kommission investiert mehr als 63,5 Millionen Euro in vier Pilotprojekte, um die Grundlagen für den Aufbau eines europäischen Netzwerks von Zentren für Cybersicherheit zu schaffen. Das Netzwerk soll dazu beitragen, die Forschung und Koordination der Cybersicherheit in der EU zu stärken. Die vier Projekte CONCORDIA, ECHO, SPARTA und CyberSec4Europe werden zu einem gemeinsamen europäischen Fahrplan für Forschung und Innovation im Bereich der Cybersicherheit nach 2020 und einer europäischen Cybersicherheitsstrategie für die Industrie beitragen. Das Projekt CONCORDIA z.B. wird von der Universität der Bundeswehr München koordiniert, weitere beteiligte deutsche Institute und Firmen sind die Technische Universität Braunschweig, die Technische Universität Darmstadt, Siemens und BMW.

Mariya Gabriel, die für digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissarin, erklärte dazu: “Wir zählen auf CONCORDIA, ECHO, SPARTA und CyberSec4Europe, um uns bei der Bündelung des europäischen Cybersicherheitswissens und der Vorbereitung der europäischen Cybersicherheitslandschaft zu unterstützen, damit wir unsere Vision von einem sichereren digitalen Europa effizient umsetzen können. Diese Projekte werden die EU bei der Definition, Erprobung und Etablierung des Governance-Modells eines europäischen Cybersicherheitskompetenznetzes von Cybersicherheitszentren unterstützen.”

Die Pilotprojekte wurden im September 2017 zusammen mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket angekündigt, um Europa mit den richtigen Instrumenten auszustatten, um mit Cyberangriffen umzugehen und eine starke Cybersicherheit in der EU aufzubauen. Im Jahr 2018 organisierte die Kommission eine spezielle Aufforderung im Rahmen von Horizont 2020. An den Siegerkonsortien, die mit 50 Mio. Euro dotiert sind, sind 160 Partner aus 26 EU-Mitgliedstaaten beteiligt, darunter Großunternehmen, KMU, Universitäten und Forschungseinrichtungen für Cybersicherheit.

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte 2017 in seiner jährlichen Rede zur Lage der Union erklärt: “In den vergangenen drei Jahren haben wir das Internet für die Menschen in Europa sicherer gemacht. Dennoch ist Europa immer noch nicht gut gegen Cyberangriffe gerüstet. Deshalb schlägt die Kommission heute neue Instrumente zur Verbesserung des Schutzes gegen Cyberangriffe vor, unter anderen die Einrichtung einer EU-Agentur für Cybersicherheit.”

Zu den Maßnahmen, die die Kommission zum Aufbau einer soliden Cybersicherheitsstruktur vorgeschlagen hat, gehört die Gründung einer EU-Agentur für Cybersicherheit, die die Mitgliedstaaten beim Umgang mit Cyberangriffen unterstützen soll. Außerdem schlug die Kommission vor, ein europäisches System zur Zertifizierung der Cybersicherheit einzuführen, durch das gewährleistet wird, dass digitale Produkte und Dienstleistungen “cybersicher” sind. Weitere Vorschläge zielen auf die Verbesserung der europäischen und der internationalen Zusammenarbeit bei der Cyberabwehr.

Links zum Thema:

Zu den vier Pilotprojekten

Commission launches pilot projects to reinforce EU’s cybersecurity capacity
Nachricht der EU-Kommission vom 26.02.2019.

Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.