Coronavirus-Reaktion: Thüringen unter Gewinnern einer neuen EU-finanzierten Initiative für interregionale Partnerschaften © Europäische Union, 2019, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf*in: Patricia De Melo Moreira

07.01.2021 Brüssel. Die EU-Kommission hat Donnerstag (7. Januar) die Gewinner einer neuen EU-finanzierten Initiative für interregionale Partnerschaften bekannt gegeben. Unter den ausgewählten Pilotprojekten ist auch ein Projekt unter Leitung des Landes Thüringen im Bereich des nachhaltigen und digitalen Tourismus. Es umfasst die von der Time Machine Organisation, einem internationalen Kooperationsnetz für Technologie, Wissenschaft und Kulturerbe, koordinierte Partnerschaft. Die Partnerschaften können eine externe Beratung bis zu einem Betrag von 100.000 Euro für Expansions- und Vermarktungsaktivitäten in Anspruch nehmen.

Das Ziel dieser neuen Pilotaktion, die auf den erfolgreichen Erfahrungen mit einer ähnlichen Maßnahme zu interregionalen Innovationsprojekten von Ende 2017 aufbaut, besteht darin, regionale und nationale Innovationsakteure zur Bewältigung der Auswirkungen des Coronavirus zu mobilisieren. Die aktuelle Initiative trägt auch zum Wiederaufbau mithilfe der neuen Kommissionsprogramme bei, indem Projekte in neuen Schwerpunktbereichen wie Gesundheit, Tourismus oder Wasserstoff ausgeweitet werden.

EU-Regionalkommissarin Elisa Ferreira erklärte: „Interregionale Partnerschaften zeigen ganz klar, dass wir stärker sind, wenn wir über Grenzen hinaus zusammenarbeiten, weil wir dann intelligente und nützliche Lösungen für alle erarbeiten können. Diese neue Pilotinitiative zur Unterstützung interregionaler Innovationspartnerschaften ist im derzeitigen Coronavirus-Kontext besonders wichtig und veranschaulicht, wie stark die Kohäsionspolitik sich für Europas rasche Reaktionsfähigkeit und den Wiederaufbau einsetzt.“

Im Rahmen einer Aufforderung zur Interessenbekundung der Kommission vom Juli 2020 wurden vier interregionale Partnerschaften ausgewählt, wobei jeweils eine oder mehrere koordinierende Regionen die Leitung übernehmen:

  • Das spanische Baskenland wird zusammen mit drei weiteren Regionen den Schwerpunkt auf die Unterstützung eines aufstrebenden Industriesektors im Bereich der Vorhersage und Prävention der Coronavirus-Pandemie legen;
  • im Bereich der Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen engagiert sich die RegioTex-Partnerschaft mit 16 Regionen unter der Leitung der portugiesischen Region Norte für die Innovation im Textilsektor;
  • im Bereich des nachhaltigen und digitalen Tourismus umfasst die von der Time Machine Organisation, einem internationalen Kooperationsnetz für Technologie, Wissenschaft und Kulturerbe, koordinierte Partnerschaft von fünf Regionen sowie Zypern unter Leitung des Landes Thüringen;
  • um die Entwicklung innovativer Lösungen auf der Grundlage von Wasserstofftechnologien in CO2-intensiven Regionen mit breiter geografischer Abdeckung zu ermöglichen, werden sich zwei Partnerschaften zusammenschließen: die European Hydrogen Valleys Partnership, an der 12 Regionen unter Federführung von Aragon (ES), Auvergne Rhône Alpes (FR), Normandie (FR) und der nördlichen Niederlande (NL) beteiligt sind, sowie die Partnerschaft unter der Leitung der Region Košice (SK) mit vier weiteren Regionen.

Diese Partnerschaften werden von den Expertinnen und Experten der Kommission unterstützt, die unter anderem Ratschläge zu der Frage geben, wie EU-Mittel zur Finanzierung von Projekten am besten miteinander kombiniert werden können. Zusätzlich zu dieser praktischen Unterstützung durch die Kommission kann jede Partnerschaft externe Beratung bis zu einem Betrag von 100.000 Euro für Expansions- und Vermarktungsaktivitäten in Anspruch nehmen. Das Geld stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Die nächsten Schritte

Die Arbeit mit den Partnerschaften wird in diesem Monat beginnen und ein Jahr dauern. Dieses Pilotprojekt fördert die interregionale Zusammenarbeit weiter, wobei die Partnerschaften ab 2021 Unterstützung im Rahmen der neuen Programme und des Instruments für interregionale Innovationsinvestitionen beantragen können.

Hintergrund

In den letzten Jahren hat die Kommission die nationalen und regionalen Behörden aufgefordert, Strategien für intelligente Spezialisierung zu entwickeln, die auf wirksamere Innovationsstrategien und eine verstärkte interregionale Zusammenarbeit in Wertschöpfungsketten über Grenzen hinweg abzielen. Es wurden bereits mehr als 180 regionale Strategien für intelligente Spezialisierung verabschiedet. Ihre Umsetzung wird mit 40 Mrd. Euro aus den kohäsionspolitischen Fonds der EU unterstützt.

Im Rahmen eines Maßnahmenpakets, das die Kommission 2017 vorgestellt hat und das die intelligente Spezialisierung voranbringen soll, wurden mit einer Pilotaktion zu „Interregionalen Innovationsprojekten“ neue Wege erprobt, um Regionen und Städte zur Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten und zur Verbreitung ihrer guten Ideen im EU-Binnenmarkt zu ermutigen. Diese Pilotaktion, die neun Partnerschaften in vorrangigen Hochtechnologiesektoren umfasste, wurde 2019 abgeschlossen und hat ein erhebliches Potenzial an den Tag gelegt, die Investitionsbereitschaft interregionaler Investitionsprojekte zu beschleunigen.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden in das neue Instrument für interregionale Innovationsinvestitionen einfließen, das im Rahmen des Pakets für die Kohäsionspolitik nach 2020 vorgeschlagen wird.

Die neue Pilotmaßnahme dient ähnlichen Zielen und zielt außerdem vor dem Hintergrund der Krise darauf ab, Lösungen für die Coronavirus-Herausforderungen zu finden und den Wiederaufbau durch die Vermarktung und den Ausbau von Innovationsinvestitionen zu beschleunigen.

Links zum Thema:

Mitteilung vom Juli 2017 – Stärkung der Innovation in Europas Regionen

Pilotaktion für interregionale Innovationspartnerschaften

Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.