16.01.2018 Brüssel. Die Europäische Kommission setzt auf EU-weites Expertenwissen, um Online-Desinformationen einzudämmen. Dazu hat sich eine hochrangige Expertengruppe mit 40 Vertretern aus Wissenschaft, Online-Plattformen, Nachrichtenmedien und Organisationen der Zivilgesellschaft am Montag (15. Januar) zum ersten Mal in Brüssel getroffen.

“Diese Gruppe hat die wichtige Aufgabe, den Umfang und die Dimension des Problems zu definieren und die besten Erfahrungen zu sammeln und konkrete Empfehlungen zu geben, Fake News in Europa zu bekämpfen”, erklärte EU-Digitalkommissarin Mariya Gabriel bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Interessierte Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Nachrichtenprofis sind aufgerufen, sich bis zum 23. Februar an einer öffentlichen Konsultation zu beteiligen.

“Falsche Informationen bedrohen den Ruf der Medien, unserer Demokratie, sie bedrohen die demokratischen Werte.” Und deshalb müssen die falschen Informationen mit aller Kraft identifiziert und ihre Verbreitung eingedämmt werden. “Wenn wir keine Maßnahmen auf europäischer Ebene ergreifen, riskieren wir eine Verschlimmerung der Situation.”

Die niederländische Professorin Madeleine de Cock Buning wurde zur Vorsitzenden der hochrangigen Gruppe ernannt. Sie ist spezialisiert auf Gewerblichen Rechtsschutz, Urheberrecht und Medien- und Kommunikationsrecht. Sie ist außerdem Vorsitzende der Regulierungsbehörde für Medien in den Niederlanden und Vorsitzende der Gruppe Europäischer Regulierungsstellen für audiovisuelle Mediendienste (ERGA).

Die Arbeit der hochrangigen Expertengruppe wird zur Entwicklung einer Strategie auf EU-Ebene beitragen, wie die Verbreitung gefälschter Nachrichten und Desinformationen durch die Europäische Union (EU) bekämpft werden kann, die im Frühjahr 2018 vorgelegt werden soll.

Für den 7. und 23. Februar 2018 sind zwei Sitzungen geplant (vorläufige Termine). Darüber hinaus finden virtuelle Treffen statt.

Ein Bericht der hochrangigen Gruppe wird für März 2018 erwartet und wird in die Mitteilung der EU-Kommission über gefälschte Nachrichten und Online-Desinformation einfließen, die für Ende April 2018 geplant ist.

Link zum Thema:

Fake News: EU-Kommission verstärkt Kampf gegen Desinformation
Nachricht vom 15. Januar 2018 mit Links zu weiterführenden Informationen und Dokumenten zum Thema.