EU droht Meta wegen WhatsApp-KI mit Zwangsmaßnahmen © Europäische Union, 2018, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf*in: Mauro Bottaro

15.04.2026 Brüssel (dpa). Die Europäische Kommission setzt den WhatsApp-Konzern Meta weiter
unter Druck. Hintergrund ist, dass Meta nach Angaben der Brüsseler Behörde nur dem
eigenen KI-Assistenten Zugang zum Messenger-Dienst WhatsApp gibt und damit nach
vorläufigen Ergebnissen gegen Wettbewerbsrecht verstößt.

Die Wettbewerbshüter drohen dem Konzern deshalb nun erneut mit einstweiligen
Maßnahmen, um «schweren und irreparablen Schaden für den Markt» zu verhindern. Meta
könnte zuvor noch versuchen, dies abzuwenden. Zudem ist die laufende Untersuchung in
dem Fall noch nicht endgültig abgeschlossen. Bis wann die Ermittlungen beendet sind, bleibt
unklar – eine gesetzliche Frist gibt es nicht.

Nur «Meta AI» als Helfer
Die EU-Kommission untersucht den Fall seit Dezember 2025. Der US-Konzern hatte
demnach im Oktober 2025 angekündigt, Konkurrenz-Anbieter von KI faktisch von seinem
Messenger-Dienst auszuschließen – und macht dies aus EU-Sicht trotz der laufenden
Untersuchung seit Mitte Januar 2026.

Das Vorgehen führt laut EU-Kommission dazu, dass für Nutzerinnen und Nutzer nur Metas
eigene KI («Meta AI») zur Verfügung stehe. Der KI-Chatbot kann Texte zusammenfassen,
übersetzen, erstellen sowie Fragen beantworten und nutzt dabei auch aktuelle Informationen
aus dem Internet. Er funktioniert ähnlich wie etwa ChatGPT, Gemini und andere KI-Modelle.
Wer die KI nutzen möchte, kann dafür in der App einen Chat mit ihr starten.

EU: Angekündigte Änderungen reichen nicht
Anfang Februar hatte die Behörde Meta bereits damit gedroht, den Zugang für Konkurrenten
auf dem KI-Markt mit Zwangsmaßnahmen wiederherzustellen. Meta kündigte daraufhin
Anfang März Änderungen an. Doch diese kämen faktisch dem bisherigen Zugangsverbot
gleich, schreibt die EU-Kommission nun. Die nun angekündigten einstweiligen Maßnahmen
würden so lange in Kraft bleiben, bis die Kommission ihre Untersuchung abgeschlossen und
eine endgültige Entscheidung über das Verhalten von Meta getroffen hat, teilte sie mit.
Die EU-Kommission wacht in der EU über die Einhaltung des Wettbewerbsrechts. Wie
genau sie vorgehen würde, um den Konkurrenten von Meta Zugang zu WhatsApp zu
gewähren, blieb zunächst unklar.

Meta: Viele KI-Optionen
Ein Sprecher von Meta hatte im Februar mitgeteilt, es gebe keinen Grund für die EU,
einzugreifen. «Es gibt viele KI-Optionen, die über App-Stores, Betriebssysteme, Geräte,
Websites und Industriepartnerschaften genutzt werden können», argumentierte der
Sprecher. Die EU-Kommission gehe fälschlicherweise davon aus, dass die Schnittstelle bei
WhatsApp ein wichtiger Vertriebskanal für diese Chatbots sei.

Gegen den Facebook-Konzern Meta laufen bereits Verfahren der EU wegen Verstößen
gegen europäische Digitalgesetze. Ihm drohten etwa wegen mangelnder Datentransparenz
und dem Umgang mit illegalen Inhalten auf seinen Plattformen hohe Geldstrafen, hatte die
Kommission Ende Oktober mitgeteilt.

Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).