EU-Kommission genehmigt deutschen Industriestrompreis © Europäische Gemeinschaften, 1996, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst

16.04.2026Brüssel (dpa). Die Bundesregierung darf die
deutsche Industrie mit einem vergünstigten

Strompreis unterstützen. Die EU-Kommission genehmigte die Maßnahme im Umfang von
3,8 Milliarden Euro, wie die Brüsseler Behörde mitteilte.

Die Kommission sei zu dem Schluss gekommen, dass die Subvention notwendig, angemessen und verhältnismäßig sei, um den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu beschleunigen und die Entwicklung der Wirtschaft zu fördern, hieß es.

Hälfte der Beihilfen muss investiert werden
Ziel der Regelungen ist es demnach, energieintensive Unternehmen zu unterstützen, indem
ihnen in den kommenden drei Jahren ein Teil ihrer Stromkosten erstattet wird, so die
Kommission. Die Maßnahmen stünden dabei Unternehmen aus Branchen offen, die ihren
Standort potenziell in Drittstaaten mit weniger Umweltauflagen verlegen könnten.
Unternehmen können die Beihilfen laut Mitteilung nach Ablauf jedes Jahres beantragen,
sobald der Stromverbrauch und der durchschnittliche Großhandelspreis bekannt ist. Die
begünstigten Firmen müssen demnach mindestens die Hälfte der erhaltenen Unterstützung
in neue oder modernisierte Anlagen investieren, um die Stromkosten zu senken.

Genehmigung aus Brüssel stand noch aus
Die Wirtschaft klagt seit langem über im internationalen Vergleich hohe Energiekosten. Die
Koalition beschloss bereits Entlastungen. Für den geplanten staatlich subventionierten,
niedrigeren Industriestrompreis für energieintensive Firmen fehlte bislang grünes Licht der
Europäischen Kommission. Das Instrument sieht vor, den Preis für die Hälfte des jährlichen
Stromverbrauchs auf fünf Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen.

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sprach von einer spürbaren Entlastung bei den
Energiekosten und einer guten Nachricht für die deutsche Industrie. «Wir kämpfen um jeden
Arbeitsplatz in unseren wichtigsten Industrien», versprach er. Umweltminister Carsten
Schneider (SPD) sagte: «Mehr Strom einzusetzen ist die richtige Strategie für mehr
Unabhängigkeit von teurem Öl und Gas. Denn Strom wird mit der Energiewende immer
sauberer und klimaverträglicher.»

Wirtschaft soll klimafreundlicher werden
Brüssel hatte im vergangenen Sommer einen neuen Beihilferahmen präsentiert und damit
den Weg dafür freigemacht, dass unter bestimmten Voraussetzungen direkte staatliche
Subventionen fließen können, um Strompreise für energieintensive Unternehmen zu senken.

«Es ist ein Instrument, um den Klimaschutz voranzutreiben, die Widerstandsfähigkeit
Europas zu stärken und sicherzustellen, dass unsere Industrie weltweit wettbewerbsfähig
bleibt», hatte die Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera im Sommer gesagt. Ziel ist es,
den Umbau der Industrie hin zur Klimaneutralität voranzutreiben, ohne dass die Wirtschaft zu
sehr in Mitleidenschaft gezogen wird.

Wegen der verhältnismäßig hohen Energiepreise in Deutschland besteht die Sorge, dass sie
Firmen vor Investitionen in der Bundesrepublik abschrecken. Zahlreiche Unternehmen
stehen bereits vor großen Problemen. Wirtschaftsverbände drängen schon lange auf einen
Industriestrompreis.

Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).