© Europäische Union, 2018, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf*in: Mauro Bottaro
17.04.2026 Brüssel (dpa). Seit Beginn des Iran-Kriegs sind Europas Kosten für den Import fossiler
Brennstoffe Angaben der EU-Kommission zufolge um über 22 Milliarden Euro gestiegen. Um
die Energiekosten für Europas Verbraucher und Unternehmen zu senken, will die Brüsseler
Behörde nächsten Mittwoch verschiedene Maßnahmen und Vorhaben für die kommenden
Wochen und Monate präsentieren. Ein Entwurf für die Pläne liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.
Demnach will die Behörde neben der Abfederung von hohen Preisen unter anderem auch
die Koordinierung zwischen den Mitgliedsländern verstärken, den Verbrauch von Öl und Gas
verringern und ersetzen und die Elektrifizierung fördern.
Stromsteuer
Als eine Maßnahme, um die Energiekosten zu drücken, erwägt die EU-Kommission etwa,
niedrigere Stromsteuern möglich zu machen: Indem die Richtlinie zur Besteuerung von
Energieerzeugnissen und Strom geändert wird, solle auch sichergestellt werden, dass Strom
niedriger besteuert werde als fossile Brennstoffe, heißt es in dem Entwurf. Bestehende
Bedingungen für die Anwendung eines Nullsteuersatzes etwa für energieintensive Industrien
sollen aufgehoben und die Besteuerung für schutzbedürftige Haushalte auf null gesenkt
werden.
Befüllung der Erdgasspeicher
Damit Preise stabil bleiben und genug Energie vorhanden ist, plant die Brüsseler Behörde
dem Papier nach zudem, die Befüllung von Gasspeichern zu koordinieren. So sollen durch
enge Überwachung und Abstimmung mit den Mitgliedstaaten hinsichtlich des Zeitpunkts von
Einkäufen Preisspitzen aufgrund gleichzeitiger erhöhter Nachfrage vermieden werden. Die
EU-Länder sollen außerdem flexibler sein beim Füllen der Gasspeicher.
Elektrifizierungsziel
Im Laufe der kommenden Monate plant die EU-Kommission dem Dokument zufolge darüber
hinaus, ein Elektrifizierungsziel für die Wirtschaft vorzuschlagen. Damit sollen bestehende
Hindernisse für die Elektrifizierung etwa in Industrie, Verkehr und Gebäuden adressiert
werden.
Weitere Maßnahmen
Auch eine drohende Kerosin-Knappheit, vor der die Luftverkehrsbranche bereits gewarnt
hatte, soll dem Dokument zufolge mit dem Maßnahmenpaket in der kommenden Woche
adressiert werden. In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf heißt es
bislang nur, dass die Kapazitäten der europäischen Raffinerien besonders mit Blick auf den
Flugtreibstoff maximiert werden müssen. Vorhaben bezüglich des
Treibhausgashandelssystems der EU sind darüber hinaus geplant, aus dem Entwurf geht
allerdings nichts Konkretes hervor.
Reaktionen
Von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hieß es, mit den Plänen mache die EU-Kommission
vor, wie eine kluge Antwort auf die Energiekrise aussehe. «Europa zeigt Verlässlichkeit, hält
Kurs beim Green Deal und baut eine Zukunft auf Basis von Effizienz, Elektrifizierung und
Erneuerbaren», sagt Constantin Zerger von der Umweltschutzorganisation. Für die
Bundesregierung müssten die Maßnahmen ein Weckruf sein. «Sie sind das glatte Gegenteil
der Vorschläge von Katherina Reiche. Die Wirtschaftsministerin muss endlich ihre eigenen
ideologischen Barrieren überwinden», fordert er.
Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
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