EU will Fischern in der Krise mit 760 Millionen Euro helfen © Europäische Union, 2018, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf*in: Mauro Bottaro

16.04.2026 Brüssel (dpa). Um die Folgen des Konflikts im Nahen Osten abzudämpfen, können die EU-Mitgliedstaaten nun Fischer finanziell besonders unterstützen. Die Europäische Kommission teilte mit, dass für die Soforthilfemaßnahmen rund 760 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Sie waren bereits für Krisenhilfe bis zum Jahr 2027 vorgesehen und können jetzt genutzt werden.

 

Die Mitgliedstaaten beschließen selbst, ob und welche Unterstützung sie anbieten und
verwalten diese. Angaben zu Deutschland lagen zunächst nicht vor.

Denkbar sind zwei Arten von Zahlungen für Fischer, Aquakulturerzeuger, Verarbeiter und
Einzelhändler:

• finanzieller Ausgleich für Einkommensverluste und zusätzliche Kosten infolge der
derzeitigen Marktstörung, einschließlich zusätzlicher Kosten infolge des Anstiegs der
Energiepreise;

• Lagerbeihilfen für Organisationen, die Erzeugnisse vorübergehend lagern, um die
Marktpreise zu stabilisieren.

Die Maßnahme gilt rückwirkend ab dem 28. Februar und für Ausgaben, die bis Ende 2026
getätigt werden. Bald sollen zudem zeitlich begrenzt staatliche Beihilfen möglich sein. Dies
ist allerdings noch in der Abstimmung.

«Die Feindseligkeiten im Nahen Osten haben die Energie- und Rohstoffpreise in die Höhe
getrieben, die Betriebskosten erheblich erhöht und die Gewinnspannen im gesamten
Fischerei- und Aquakultursektor der EU gedrückt», teilte die Kommission zur Begründung
mit. «Ein Teil der Fischereiflotte der Union hat den Betrieb aufgrund der geringeren
Rentabilität bereits eingestellt.» Vergleichbare Krisenhilfe gab es 2022 nach dem russischen
Einmarsch in die Ukraine.

Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).