25.09.2018 Brüssel/Berlin/Hannover – Morgen (Mittwoch, 26.09) wird europaweit der Europäische Tag der Sprachen im Rahmen des Europäischen Jahres des Kulturerbes begangen. Schulen, Kulturinstitute, Bibliotheken und Vereine organisieren Seminare, “speak-dating”, Radiosendungen, Poesie-Lesungen und Geschichten erzählen.

Die Berliner Vertretung der EU-Kommission lädt gemeinsam mit der Gemeinschaft der europäischen Kulturinstitute in Berlin (EUNIC Berlin) zu einem Abend ein, bei dem mehrsprachige Poetry-Slammer über die Besonderheiten ihrer Muttersprachen dichten und erzählen.

Der für Bildung, Kultur, Jugend und Sport zuständige Kommissar Tibor Navracsics sagte dazu: „Sprachen stehen an der Schnittstelle von Kultur, Bildung und Identität. Die Förderung der Sprachenvielfalt ist Teil der DNA der EU.“ In Anbetracht der Bedeutung von Sprachen hat die Kommission im Mai dieses Jahres eine Empfehlung des Rates zur Förderung des Sprachenlernens und -unterrichts als Teil unserer Gesamtstrategie zur Schaffung eines Europäischen Bildungsraums bis 2025 vorgeschlagen.

Fast alle Schüler in der EU (98,6 Prozent) im Sekundarbereich I erlernten 2015 mindestens eine Fremdsprache, über die Hälfte zwei oder mehr Fremdsprachen. Englisch war mit Abstand die am häufigsten gelehrte Fremdsprache im Sekundarbereich I (97,3 Prozent der Schüler), an zweiter Stelle rangierte Französisch (33,8 Prozent), gefolgt von Deutsch (23,1 Prozent) und Spanisch (13,6 Prozent). Zwei Fremdsprachen lernen fast alle Kinder in Luxemburg, Finnland, Italien, Estland und Rumänien, in Deutschland nur jeder dritte Schüler.

Kommissar Günther Oettinger, zuständig für Haushalt, Personal, Übersetzung und Dolmetschen, würdigte außerdem die Arbeit der Übersetzer und Dolmetscher: „In der EU-Institution übersetzen und dolmetschen wir seit 60 Jahren, um den Menschen zu ermöglichen, besser zu verstehen, wie die EU ihr Leben zum Besseren verändert. Heute ist eine weitere Gelegenheit, sich daran zu erinnern, dass die Interaktion in 24 Sprachen uns reicher macht und die Arbeit aller Übersetzer und Dolmetscher zu würdigen, deren unermüdliche Bemühungen dazu beitragen, dass wir uns besser verstehen.”

Die Rechtsgrundlage der Mehrsprachigkeit, die die Amtssprachen der EU festlegt und den Grund für das Übersetzen und Dolmetschen in der EU darstellt, die Verordnung 1/58 des Rates, besteht seit 60 Jahren. Die Kommission verfügt über einen der größten Sprachendienste der Welt: Sie beschäftigt 1.750 festangestellte Übersetzer, die von 600 Assistenten unterstützt werden. Darüber hinaus greift sie auf die Dienste von 600 Dolmetschern in Vollzeit sowie von 3 000 Freiberuflern zurück.

In Berlin laden die Gemeinschaft der europäischen Kulturinstitute in Berlin (EUNIC Berlin) und die Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin unter dem Titel „Babelslam. Erklär Deine Sprache.“ zu einem Abend babylonischer Sprachentwirrung ein: Im brutalistischen Kinosaal der Tschechischen Botschaft erzählen, dichten und denken erfolgreiche, mehrsprachige Poetry-Slammer über die Besonderheiten ihrer Muttersprachen. Moderator ist der Berliner Poetry-Slam-Moderator und -Organisator Maik Martschinowsky. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Weitere Informationen finden Sie vorab hier.

Weitere Informationen:

Website zum Europäischen Tag der Sprachen

Statistiken zum Sprachenlernen in der EU.

Informationen zum Sprachendienst der EU-Kommission

Verordnung 1/58