© Europäische Gemeinschaften, 1996, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst
29.04.2026 Straßburg (dpa). Der Iran-Krieg hat Importe fossiler Brennstoffe wie Erdöl
in die EU stark verteuert. «In gerade einmal 60 Tagen Konflikt hat sich unsere Rechnung
für die Einfuhr fossiler Brennstoffe um mehr als 27 Milliarden Euro erhöht – ohne auch
nur ein einziges Extra-Molekül an Energie», sagte EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen in Straßburg. Dort debattierten die Abgeordneten des
Europaparlaments, des Rats und der Kommission über die Auswirkungen der
Krise im Nahen Osten.
Europa müsse weniger abhängig von der Einfuhr fossiler Brennstoffe werden, sagte von der
Leyen. Stattdessen brauche es mehr heimische, bezahlbare und saubere Energie. In
Ländern wie Schweden, die fast den gesamten Strom aus erneuerbaren Energien und
Atomenergie bezögen, seien die Energiepreise deutlich weniger gestiegen.
Staaten sollen selbst handeln
Um den Unterschieden gerecht zu werden, sollen die EU-Staaten selbst entscheiden, welche
Maßnahmen sie ergreifen. Die EU-Kommission hat ihnen vergangene Woche Vorschläge
gemacht – etwa Energiegutscheine für Haushalte mit niedrigem Einkommen, finanzielle
Förderungen für Energiesparprodukte und Kampagnen zur Förderung der Energieeffizienz.
Die Maßnahmen sollten in jedem Fall nur den schwächsten Haushalten und Branchen
zugutekommen und einen Anstieg der Nachfrage nach Gas und Öl verhindern, betonte von
der Leyen nun. In der Energiekrise nach Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine sei
dagegen nur ein Viertel der Soforthilfen an bedürftige Haushalte und Unternehmen
gegangen, mehr als 350 Milliarden Euro seien für Maßnahmen ausgegeben worden, die
nicht zielgerichtet waren. Das soll sich nicht wiederholen.
Mehr Spielraum bei staatlichen Beihilfen erwartet
Die Kommission hatte zudem bereits angekündigt, dass die Mitgliedstaaten vorübergehend
mehr Spielraum bei staatlichen Beihilfen bekommen sollen, um besonders von den hohen
Energiepreisen gefährdete Sektoren zu unterstützen. Dies solle noch vor dem Monatsende
beschlossen werden.
Die Staaten sollen sich außerdem besser koordinieren – beim Füllen der nationalen
Gasspeicher, aber auch den Kraftstoffreserven, vor allem bei Flugkraftstoffen und Diesel. Die
EU will überdies den Umstieg auf Strom vorantreiben – im Verkehr, in der Industrie und beim
Heizen.
Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher
Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
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