EU und Vereinte Nationen mobilisieren weitere 6,9 Milliarden Euro für syrische Bevölkerung © Europäische Union, 2018, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf*in: Mauro Bottaro

01.07.2020 Brüssel. Auf der vierten Brüsseler Konferenz zur Unterstützung der Zukunft Syriens und der Region hat die internationale Gemeinschaft für Syrien und die wichtigsten Aufnahmeländer syrischer Flüchtlinge einen Betrag von insgesamt 6,9 Milliarden Euro für 2020 und danach zugesagt. Von diesem Betrag stellen die EU und ihre Mitgliedstaaten insgesamt 4,9 Milliarden Euro bereit. Mit über 20 Milliarden Euro, die seit 2011 an Unterstützung für humanitäre Hilfe, Stabilisierung und Resilienz, Entwicklung und Wirtschaftshilfe bereitgestellt wurden, sind die EU und ihre Mitgliedstaaten die wichtigsten Geber bei der Überwindung der Folgen der Syrienkrise.

Der Hohe Vertreter der EU Josep Borrell erklärte: “Durch den beinahe zehn Jahre andauernden Krieg wurde die Hälfte der syrischen Bevölkerung aus ihrer Heimat vertrieben. Mehr als eine halbe Million Menschen sind gestorben. Eine ganze Generation syrischer Kinder hat nichts anderes als Krieg kennengelernt. Ihre Zukunft und die Zukunft ihres Landes wird immer noch als Faustpfand benutzt. Europa kann und will dem nicht tatenlos zusehen. Alle Syrerinnen und Syrer haben das Recht auf eine bessere, friedliche Zukunft. Heute haben wir alle maßgeblichen internationalen Akteure zusammengeführt, um unsere Entschlossenheit zu bekräftigen, das syrische Volk und die Bemühungen der Vereinten Nationen um eine umfassende und dauerhafte politische Lösung des Syrienkonflikts zu unterstützen.”

Die vierte Brüsseler Konferenz, die von der EU und die Vereinten Nationen vom 22.-30. Juni virtuell ausgerichtet wurde, brachte alle maßgeblichen Akteure aus über 80 Ländern sowie Vertreter von internationalen Organisationen zusammen. Sie berieten über die aktuelle Lage in Syrien und in der Region und erneuerten ihre Unterstützung für die Bemühungen, unter der Leitung der Vereinten Nationen eine umfassende politische Lösung für den Konflikt zu finden. Außerdem bot die Konferenz eine einzigartige Plattform für den Dialog mit der Zivilgesellschaft.

Die beiden Vorsitzenden EU und Vereinte Nationen haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben.

Tage des Dialogs mit der Zivilgesellschaft

Während der vier an den Tagen des Dialogs (22.-23. Juni) auf Livestream aufgezeichneten Podiumsdiskussionen haben Vertreter von syrischen, regionalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen und Organisationen der Zivilgesellschaft mit hochrangigen Vertretern der EU, der Vereinten Nationen, der Regierungen der Nachbarländer Syriens sowie anderer internationaler Partner diskutiert. Es ging um die Rolle der Frauen, junger Menschen und der Zivilgesellschaft beim Aufbau der Zukunft Syriens, die regionale Reaktion und der Wiederaufbau angesichts der Coronavirus-Pandemie, die Unterstützung und der Schutz der vertriebenen syrischen Bevölkerung und der durch die humanitäre Lage bedingte Bedarf an Soforthilfe.

Die Tage des Dialogs wurden von mehr als 35.000 Personen mitverfolgt und können weiterhin online abgerufen werden, so auch die Ansprachen der Kommissare Várhelyi und Lenarčič. Damit wurde der breite Online-Konsultationsprozess ergänzt, der in den Monaten vor der Konferenz stattfand und bei dem Beiträge von über 1400 Einzelpersonen und Organisationen gesammelt wurden.

Begleitprogramm

Vom 24.-30. Juni fand eine Reihe von Online-Begleitveranstaltungen statt, die von den EU-Mitgliedstaaten, Partnerländern, UN-Organisationen und anderen internationalen Organisationen ausgerichtet wurden.

Am 29. Juni diskutierten der Hohe Vertreter/Vizepräsident Josep Borell und der Sondergesandte der VN für Syrien, Geir Pedersen, über Videokonferenz mit einer Gruppe unterschiedlicher Vertreter der syrischen Zivilgesellschaft und mit syrischen Frauen. Die virtuelle Ausstellung der EU “Stimmen aus Syrien und der Region” gibt Einblick in das Leben, die außergewöhnliche Resilienz und das Durchhaltevermögen der von der Syrienkrise betroffenen Menschen.

Am Rande der Konferenz fanden in Brüssel zwei Kulturveranstaltungen statt. Die Aufzeichnungen des Konzerts des Duos Damast vom 24. Juni und des Gesprächs mit der bildenden Küstlerin Sulafa Hijazi und dem Klarinettisten und Komponisten Kinan Azmeh vom 29. Juni zur Rolle der Kunst in dem Konflikt sind weiterhin online abrufbar.

Links zum Thema:

Website der Konferenz

Erklärung der Vorsitzenden

Bericht über die Finanzüberwachung

Bericht über die Online-Konsultationen der Zivilgesellschaft

Aufzeichnungen der Tage des Dialogs

Pressemitteilungen über die Diskussion von Josep Borrell mit Vertretern der syrischen Zivilgesellschaft

Ausstellung “Stimmen aus Syrien und der Region”

Infoblatt: Die EU und die Syrienkrise

Reaktion auf die Syrienkrise Infoblätter zur Unterstützung durch die EU in Syrien, in Jordanien, in Libanon und in der Türkei.

Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.