• Startseite
  • Piloterhebung zur Karriere von Hochschulabsolventen verbessert Planung künftiger Ausbildungssysteme
Piloterhebung zur Karriere von Hochschulabsolventen verbessert Planung künftiger Ausbildungssysteme © Europäische Union, 2017, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf*in: Etienne Ansotte

05.06.2020 Brüssel. Informationen darüber, was Absolventen nach dem Erwerb ihrer Hochschulabschlüsse tun und wie sie ihr Studium im Hinblick auf Berufschancen bewerten, sind der Schlüssel zur Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungssysteme. Zwei heute (Freitag) von der Europäischen Kommission veröffentlichte Berichte liefern neue Erkenntnisse über die Karrieren von Absolventen. Männliche Absolventen haben eher unbefristete Verträge als weibliche Hochschulabsolventen (der Unterschied schwankt zwischen 1 Prozent in Norwegen und 21 Prozent in Deutschland). Auch der Stundenlohn ist bei männlichen Hochschulabsolventen deutlich höher als bei weiblichen: die Abweichung reicht von 10 Prozent in Deutschland und Norwegen bis zu 50 Prozent in Litauen.

Die für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend zuständige Kommissarin Mariya Gabriel sagte: “Bildung und Ausbildung werden eine wesentliche Rolle bei der wirtschaftlichen und sozialen Erholung der Europäischen Union spielen. Zu wissen, welche Arten von Lernen und Qualifikationen den beruflichen Erfolg und die persönliche Entfaltung fördern, wird dazu beitragen, die Effizienz und Relevanz der europäischen Hochschulsysteme noch weiter zu verbessern. Dies wird auch dazu beitragen, mehr über künftige Berufsfelder zu erfahren und sich auf sie vorzubereiten.”

Die europäische Hochschulabsolventen-Piloterhebung erstreckte sich auf Bachelor-, Master- und Hochschulabsolventen fünf Jahre nach ihrem Abschluss in acht Ländern (Österreich, Kroatien, Tschechien, Deutschland, Griechenland, Malta, Litauen und Norwegen). In Deutschland, Österreich und Tschechien fühlen sich die Master-Absolventen besser vorbereitet für den Arbeitsmarkt als Bachelor-Studenten. Absolventen in Deutschland, Litauen und Kroatien sind stärker abhängig von der Unterstützung ihrer Eltern, um eine Beschäftigung zu finden, die ihrem Qualifikationsniveau entspricht. Unbefristete Verträge bekommt eher, wer ein Studium der Wirtschafts-, Verwaltungs- und Rechtswissenschaften oder in technischen Fächern abgeschlossen hat.

Die Umfrage zeigt auch Schlüsselfaktoren zur Verbesserung der Studienergebnisse auf. Auslandserfahrung während eines Studienaufenthaltes erhöht das Niveau der Problemlösungskompetenz. Eine “aktivierende Lernumgebung”, in der Vorlesungen durch problem- und arbeitsbasiertes Lernen ergänzt werden, sorgt für eine bessere Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt. Studienbezogene Arbeitserfahrung als Teil des Lehrplans verringert das Risiko, arbeitslos zu sein oder einen weniger qualifizierten Arbeitsplatz zu haben, um fast die Hälfte.

Eine zusätzliche Kartierung der Praktiken zur Nachverfolgung von Absolventen in den Mitgliedstaaten, dem Vereinigten Königreich, Norwegen, Island und Liechtenstein zeigt, dass noch erhebliche Anstrengungen erforderlich sind, um ein vergleichbares System zur Nachverfolgung des beruflichen Werdegangs von Absolventen auf europäischer Ebene zu erreichen.

Hintergrund

In vielen EU-Mitgliedstaaten gibt die Beschäftigungsfähigkeit von Absolventen Anlass zur Sorge. In einigen Teilen der EU sind viele Akademiker arbeitslos oder üben Berufe aus, für die sie überqualifiziert sind. Qualitativ gute Daten darüber, was junge Menschen nach ihrem Bildungsabschluss machen und wie sie die im Studium erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen bewerten, sind unerlässlich, um die Gründe für mangelnde Beschäftigungsfähigkeit und die Faktoren für den Erfolg bestimmter Regionen, Wirtschaftszweige oder bestimmter Studienrichtungen zu verstehen. Diese Daten können dann für Lösungsansätze genutzt werden. Die Kommission hat daher 2017 eine Empfehlung zur Werdegangs-Nachverfolgung vorgelegt.

Links zum Thema:

Towards a new European system to follow students’ post-graduate paths
Nachricht der EU-Kommission vom 05.06.2020.

Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland