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Weltkrebstag: Europäische Kommission startet Konsultation zum europäischen Plan zur Krebsbekämpfung © Europäische Union, 2020, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf*in: Etienne Ansotte

04.02.2020 Brüssel. Am heutigen Weltkrebstag startet die Europäische Kommission eine breite öffentliche Konsultation dazu, wie Europa gemeinsam mehr tun kann, um den Krebs zurückzudrängen. Die Ergebnisse sollen in einen europäischen Plan zur Krebsbekämpfung einfließen, der bis Ende des Jahres vorliegen soll. Zum Start der Konsultation sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute (Dienstag) im Europäischen Parlament: “Wir alle haben Freunde, Kollegen oder Angehörige, die von der Krankheit betroffen sind oder waren. Wir alle haben uns traurig und hilflos gefühlt. Aber wir können etwas tun – jeder für sich und wir alle gemeinsam. Auf Ebene der Mitgliedstaaten und auf Ebene der Europäischen Union.”

Jedes Jahr wird bei 3,5 Millionen Menschen in der Europäischen Union Krebs diagnostiziert. 40 Prozent der EU-Bürgerinnen und -Bürger werden im Laufe ihres Lebens unmittelbar mit Krebs zu tun haben. Da gleichzeitig jedoch bis zu 40 Prozent der Krebsfälle auf vermeidbare Ursachen zurückgehen, gibt es einen enormen Handlungsspielraum.

In ihren politischen Leitlinien hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als eine ihrer politischen Prioritäten einen europäischen Plan angekündigt, mit dem das durch Krebs verursachte Leid gemindert und die Mitgliedstaaten bei der Verbesserung der Krebsbekämpfung und –behandlung unterstützt werden sollen. Sie sagte heute: “Wir fangen natürlich nicht bei null an. Doch wir können noch viel mehr tun als jetzt. Heute am Weltkrebstag machen wir den ersten Schritt auf unserem gemeinsamen Weg zum europäischen Plan zur Krebsbekämpfung. Gemeinsam können wir etwas bewirken – durch Prävention und Forschung, eine neue Datenstrategie und indem wir sicherstellen, dass die Menschen überall in Europa die gleiche Behandlung bekommen.”

EU-Kommissarin Stella Kyriakides, zuständig für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, erklärte: “Beim Thema Krebs erwarten die EU-Bürgerinnen und -Bürger von uns, dass wir entschlossen handeln. Ein Europa, das mehr erreichen will, ist ein Europa, das ein offenes Ohr für seine Bürgerinnen und Bürger hat und sich um ihr Wohlergehen sorgt. Der Erfolg des europäischen Plans zur Krebsbekämpfung steht und fällt mit der uneingeschränkten Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger, Krebspatienten, Interessenträger und Akteure auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene. Ich lade alle ein, diesen Plan durch ihre Mitwirkung so ehrgeizig und wirksam wie möglich zu gestalten. Gemeinsam können wir mehr erreichen.”

Der europäische Plan zur Krebsbekämpfung, der bis Ende dieses Jahres vorliegen soll, soll Maßnahmen in Bezug auf alle Hauptinterventionsstufen umfassen:

  • Prävention: Durch Prävention lässt sich die Zahl der Krebserkrankungen in der EU am einfachsten und am wirksamsten senken. Präventionsmaßnahmen könnten Folgendes umfassen: einen besseren Zugang zu gesunder Ernährung und eine höhere Durchimpfungsrate, Maßnahmen zur Eindämmung umweltbedingter Risikofaktoren wie Luftverschmutzung und Exposition gegenüber Chemikalien, Forschung und Aufklärung.
  • Frühzeitige Erkennung und Diagnose: Maßnahmen zur Verbesserung der Chance auf günstigere Gesundheitsfolgen durch Frühdiagnose könnten Folgendes umfassen: Verbesserung der Abdeckung der Zielpopulation mit Blick auf Screening-Programme, verstärkter Einsatz digitaler Lösungen und technische Unterstützung für die Mitgliedstaaten.
  • Behandlung und Versorgung: Maßnahmen zur Erhöhung des Erfolgs der Versorgung und Behandlung von Krebskranken könnten Folgendes umfassen: Verbesserung des Zugangs zu hochwertiger Behandlung und der Inanspruchnahme neuer Therapien; Gewährleistung der Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit wichtiger Medikamente, Innovation und Forschung.
  • Lebensqualität: Maßnahmen zur Gewährleistung der höchstmöglichen Lebensqualität für Krebspatienten, Krebsüberlebende und Pflegepersonen könnten Folgendes umfassen: Verbesserung der beruflichen Wiedereingliederung, Maßnahmen gegen Diskriminierung, Palliativbehandlung und Austausch bewährter Verfahren.

Die Kommission leitet die öffentliche Konsultation heute auf einer Veranstaltung im Europäischen Parlament ein. Neben Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kommen Bürgerinnen und Bürger, Krebspatienten und Krebsüberlebende zusammen, die über ihre persönlichen Erfahrungen berichten, sowie ein breites Spektrum an Interessenträgern, das von politischen Entscheidungskräften bis hin zu Angehörigen der Gesundheitsberufe und Nichtregierungsorganisationen reicht.

Nächste Schritte

Ziel der öffentlichen Konsultation ist es, EU-Bürgerinnen und -Bürgern sowie Interessenträgern Gelegenheit zu geben, sich einzubringen und dazu Stellung zu nehmen, wie das Thema in der EU am besten angegangen werden sollte. Die Ergebnisse der Konsultation werden in den Entwurf des europäischen Krebsbekämpfungsplans einfließen und dabei helfen, die Themenbereiche und den Umfang der künftigen Maßnahmen abzustecken. Die Konsultation läuft über 12 Wochen.

Neben der öffentlichen Konsultation leitet die Kommission heute auch eine Konsultation zum Fahrplan für den Plan ein, die 4 Wochen lang läuft. Bis Juli werden konkrete Punkte des Plans mit den Mitgliedstaaten erörtert, und es werden gezielte Konsultationen mit Interessenträgern durchgeführt. Vorgelegt wird der europäische Plan zur Krebsbekämpfung bis Ende dieses Jahres.

Hintergrund

Die Krebsbekämpfung ist für Europas Zukunft von fundamentaler Bedeutung. Alle 9 Sekunden wird in der EU ein neuer Krebsfall diagnostiziert. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache. Außerdem stellen Krebserkrankungen eine massive Belastung für die Gesundheits- und Sozialsysteme dar, setzen die öffentlichen Haushalte unter Druck und beeinträchtigen Produktivität und Wachstum der Wirtschaft, einschließlich der Gesundheit der Arbeitskräfte in der EU.

Krebs ist eine komplexe Erkrankung, die durch ein Zusammenspiel multipler Faktoren ausgelöst wird, u.a. die genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse oder Lebensgewohnheiten sowie Infektionserreger. Bis 2035 könnte sich die Zahl der Krebsfälle verdoppeln, und wenn nicht mehr getan wird, könnte Krebs in der Europäischen Union zur häufigsten Todesursache werden. 40 % aller Krebserkrankungen sind jedoch vermeidbar, wenn die Empfehlungen zur Senkung des Krebsrisikos umgesetzt werden, die im Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung aufgelistet sind.

Links zum Thema:

Konsultation zum Fahrplan für den europäischen Plan zur Krebsbekämpfung

Fragen und Antworten

Factsheet “Why do we need an EU Cancer Plan

Factsheet “Fighting Cancer Through Research

Webseite zur Strategie zur Krebsbekämpfung

Webseite zur Auftaktveranstaltung

Europäisches Krebsinformationssystem (ECIS)

Gesundheitszustand in der EU

Europäischer Kodex zur Krebsbekämpfung

Video zu Krebsbehandlungen

Rede von Präsidentin von der Leyen

Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.