EU unterstützt Menschen am Horn von Afrika © Europäische Union, 2018, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf*in: Mauro Bottaro

14.05.2020 Brüssel. Die EU stellt weitere 105,5 Millionen Euro für die Länder am Horn von Afrika bereit. Durch die Coronavirus-Pandemie droht sich die humanitäre Lage in der gesamten Region, wo viele Menschen nach wie vor unter bewaffneten Konflikten, Vertreibungen sowie wiederkehrenden Dürren und Überschwemmungen leiden, weiter zu verschlechtern. Darüber hinaus sind die Ernährungssicherheit und die Existenzgrundlage vieler bedürftiger Menschen in der Region durch eine massive Heuschreckenplage gefährdet.

Der EU-Kommissar für Krisenmanagement Janez Lenarčič‚ erklärte: “Die EU ist weiter entschlossen, zur Deckung des humanitären Bedarfs in den Ländern am Horn von Afrika beizutragen, erst recht in diesen schweren Zeiten. Mit der Hilfe der EU werden die von Hunger bedrohten Bevölkerungsgruppen unterstützt und die Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus verstärkt. Eine weltweite Pandemie erfordert auch weltweite Gegenmaßnahmen.”

Über dieses Hilfepaket werden humanitäre Projekte in Dschibuti (500.000 Euro), Äthiopien (42 Millionen Euro), Kenia (15 Millionen Euro) und Somalia (48 Millionen Euro) finanziert. Es wird zu Folgendem beitragen:

• Unterstützung der Gesundheitseinrichtungen bei der Erbringung einer medizinischen Grundversorgung und bei der Epidemiebekämpfung sowie bei der Vorbereitung auf die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie,

• Bereitstellung von Nahrungsmittelhilfe für bedürftige Menschen, beispielsweise durch Unterstützung von Bauern bei der Beschaffung von Saatgut und Viehfutter, Behandlung von akuter Unterernährung, insbesondere bei Kleinkindern,

• Deckung der Grundbedürfnisse von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen, z.B. durch Schutzmaßnahmen, Unterkünfte, Nahrungsmittel, Zugang zu Gesundheitsdiensten, Nährstoffversorgung und sauberem Wasser sowie Bildung für Kinder.

Die humanitäre Hilfe der EU ist Teil der umfassenderen Unterstützung der EU für die Region, zu der auch eine längerfristige Entwicklungszusammenarbeit gehört.

Hintergrund:

Angesichts der bereits drohenden Nahrungsmittelknappheit für rund 25 Millionen Menschen in der Region stellt die heraufziehende Invasion von Wüstenheuschrecken ein zusätzliches Risiko für die Ernährungssicherheit und die Lebensgrundlagen dar, insbesondere für die schwächsten Gemeinschaften. Ihr Zugang zu Nahrungsmitteln droht durch steigende Preise weiter eingeschränkt zu werden. Durch die Coronavirus-Pandemie wird die Lage noch verschärft, da die Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen indirekt zusätzliche Herausforderungen für die Bereitstellung humanitärer Hilfe und die Erreichung von Menschen in Not mit sich bringen können.

Aus dem jetzigen Hilfepaket werden humanitäre Projekte der EU in Äthiopien, Kenia und Somalia, mit denen die Nahrungsmittelknappheit und der Verlust von Lebensgrundlagen nach der Heuschreckeninvasion bekämpft werden, mit 22 Millionen Euro unterstützt. Darüber hinaus hat die EU bereits Anfang 2020 Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklung von 11 Millionen Euro für die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bereitgestellt, um einen Beitrag zur Bekämpfung der Heuschreckenplage in der Region und zur Unterstützung der betroffenen Hirten und Bauern zu leisten.

Ein Teil der heute angekündigten Mittel wird außerdem zur Reaktion von Team Europe auf die Coronavirus-Pandemie beitragen. Darüber hinaus stellt die EU humanitäre Hilfe im Rahmen der globalen Maßnahmen der Weltgesundheitsorganisation gegen das Coronavirus zur Verfügung, die diese in Äthiopien, Kenia und Somalia in Partnerschaft mit den Gesundheitsbehörden durchführt, um die Einsatzbereitschaft in Bezug auf die Früherkennung und Bewältigung der Pandemie zu erhöhen.

Links zum Thema:

Das Globale Netzwerk gegen Ernährungskrisen

Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland