Hilfe für Tourismus in der Coronakrise muss europäisch koordiniert werden © Europäische Gemeinschaften, 1996, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst

28.04.2020 Brüssel. Welche Auswirkungen die Coronakrise auf den Tourismus in der EU hat und wie die Probleme gemeinsam bewältigt werden können, ist morgen (Mittwoch) Thema der Orientierungsdebatte der Europäischen Kommission. Bereits gestern (Montag) hat EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton auf dem Treffen der für den Tourismus zuständigen Minister der EU-Mitgliedstaaten die umfangreichen finanziellen Hilfen der EU für den Tourismus vorgestellt und ein gemeinsames koordiniertes Handeln eingefordert. Die Minister beauftragten die Kommission, an einer gemeinsamen europäischen Herangehensweise zu arbeiten.

Ziel ist es, der Tourismusbranche Liquidität zu Verfügung zu stellen und eine faire Balance zwischen den Interessen der Reisenden und der Reiseveranstalter aufrechtzuerhalten.

“Um es klar zu sagen – wir werden noch nie dagewesene Mittel benötigen, um diese Krise zu überwinden. Es bedarf eines ‘neuen Marshall-Plans’ mit einem leistungsstarken EU-Haushalt, um den Weg zu einem europäischen Aufschwung und einer stärkeren und widerstandsfähigeren Union zu ebnen”, sagte der Binnenmarktkommissar.

“Wir werden schnelles Handeln, Pragmatismus und Kreativität brauchen, um uns zu erholen und eine widerstandsfähige und nachhaltige Tourismusindustrie aufzubauen”, so der EU-Kommissar weiter. Vor allem aber verlange diese Krise nach Solidarität. Kein Land könne diese Krise allein bewältigen.

Breton bat die Minister um einen Überblick über die in ihren Ländern geplanten nationalen Maßnahmen und betonte die Notwendigkeit, diese regelmäßig und sehr offen zu diskutieren. “Wir müssen beim Ausstieg aus dem Coronavirus und bei den Erholungssstrategien zusammenarbeiten, um die positiven Auswirkungen zu maximieren.”

Gemeinsam mit den Staaten wolle er daran arbeiten, das Vertrauen in das Reisen wiederherzustellen. Dazu müssen die Kriterien für die Wiedereröffnung von touristischen Einrichtungen wie Hotels, Restaurants oder Transport koordiniert werden, so der Kommissar. Um die Sicherheit in Tourismuseinrichtungen zu gewährleisten, werde die EU-Kommission in Kürze Vorschläge für die gesamte EU unterbreiten.

“Es wird von wesentlicher Bedeutung sein, dass wir alle die gleichen Prinzipien, die gleichen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen befolgen, um das Vertrauen wiederherzustellen und die Menschen dazu zu bringen, wieder zu reisen, sobald es möglich ist.”

Langfristig will Thierry Breton einen widerstandsfähigeren und nachhaltigeren Tourismus aufbauen, indem der grüne und digitale Übergang beschleunigt wird. Dazu kündigte er einen Tourismusgipfel an, um diesen Fahrplan für ein solches zukünftiges Tourismus-Ökosystem zu erörtern, sobald die Situation dies zulasse.

“Es bleibt unser langfristiges Ziel, die EU-Tourismusindustrie und die Reiseziele auf dem Weg zu einem nachhaltigen Neubeginn und einer innovativeren und datengesteuerten Zukunft zu begleiten.”

Links zum Thema:

Die Rede von Thierry Breton

Fragen und Antworten zu Tourismus, Grenzen und Reisen in der Coronakrise

Briefing zum Treffen der Verkehrsminister bei der heutigen Pressekonferenz der EU-Kommission (Midday Briefing)

Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland